Auszeichnung für innovative Kraft-Wärme-Kältekopplung (KWKK)

Bereits am 17. Oktober 2006 wurden in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung die Gewinner des Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft 2006 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung wird für herausragende Leistungen zur Einsparung von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz vergeben.

Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des BGW Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V. sowie der DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V. In der Kategorie „Preis für Planung, Forschung und Entwicklung“ erhielt das Projekt „Kraft-Wärme-Kältekopplung im Canon Werk Gießen“ eine mit einer Geldprämie in Höhe von 7.500 Euro verbundene Auszeichnung. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der FH-Gießen-Friedberg Fachgebiet Energietechnik Prof.Dr.-Ing. Fritz Richarts, den Stadtwerken Gießen AG sowie der Firma Köhler & Ziegler Anlagentechnik GmbH aus Lollar durchgeführt. Die CANON GIESSEN GmbH reichte das Preisgeld an die Stadt Gießen weiter, die wiederum die FH-Gießen-Friedberg mit einem Anteil von 4000,- € bedachte. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 06.03.07 im Alten Schloss hob Oberbürgermeister H.-P. Haumann in seiner Laudatio die perfekte Zusammenarbeit zwischen der FH-Gießen den Stadtwerken einerseits und der CANON GIESSEN GmbH hervor. Insbesondere dankte er Prof. F. Richarts, der als Ideenschmied dieses Projektes gilt, für sein besonderes engagement. Herr Toru N i s h i c a w a (President CANON) und Frau Harue Zipse-Utsunomiya (General Manager CANON) hoben den Modellcharakter des Projektes für den CANON Konzern hervor und wünschen sich weitere so fruchtbare Kooperationsprojekte.

Der CANON Konzern hat beschlossen, in den einzelnen Werken den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2010 um 25 Prozent unter das Niveau des Jahres 2000 zu senken.
Steigende Energiekosten in Verbindung mit einem erhöhten Energieverbrauch bewogen die CANON GIESSEN GmbH zu einer Neustrukturierung ihrer Energieversorgung.

Als Ergebnis sollten die Energiekosten gesenkt und die Kohlendioxid-Emissionen deutlich verringert werden. Bisher übernahmen mehrere als Insellösung geschaltete elektrisch angetriebene Kältemaschinen die Abdeckung des Kältebedarfs. Herzstück der zentralen Wärmeversorgung bildeten drei Heizkessel.

Die Kälteversorgung wurde gänzlich neu strukturiert: Statt mehrerer Insellösungen mit Kältemaschinen übernimmt nun ein Kälteverbundnetz die Kälteversorgung. In den Wintermonaten wird die komplette Kälteleistung durch eine freie Kühlung realisiert, während in der übrigen Zeit eine Absorptionskältemaschine (384 kW) die Kältegrundlast sicherstellt. Darüber hinaus sind noch drei der alten Kompressionskältemaschinen mit zusammen rund 1.500 kW in das Netz eingebunden; eine davon deckt eventuelle Lastspitzen ab, die anderen dienen als Reserveaggregate. Dies ist notwendig, weil für den Reinraumbereich bestimmte Grenzwerte mit sehr engen Toleranzen einzuhalten sind und daher ein Totalausfall der Wärme- oder Kälteversorgung vermieden werden muss.

Die Energie für die Absorptionskältemaschine liefert ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk, dessen Wärmeleistung speziell auf den Bedarf der Absorptionskältemaschine abgestimmt worden ist. Darüber hinaus übernimmt es die Grundlast für die zentrale Wärmeversorgungsanlage. Lastspitzen im Wärmebedarf fängt eine Fernwärmeübergabestation mit einer Übertragungsleistung von 1.500 kW ab. Da diese Station bidirektional arbeitet, kann über sie auch zuviel produzierte Wärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Gießen AG eingespeist werden. Erst damit ist es möglich, das BHKW-Modul ökonomisch und ökologisch sinnvoll zu betreiben. Die vorhandenen Heizkessel werden nur noch für den Notfalleinsatz betriebsbereit gehalten.


Erste Auswertungen zeigen, dass mit der neuen Energieversorgungsanlage eine Absenkung des CO2-Ausstoßes um rund 50 Prozent möglich ist. Darüber hinaus konnten 300.000 kWh Strom sowie 220.000 kWh Wärme eingespart werden.


Weitere Informationen:

Galerie

-Zum Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2006:
www.asue.de