Am 5 Juli 2006 fand zum zweiten Mal das Symposium des Förderkreises Energie- und Wärmetechnik e.V. und des Fachverbands Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen statt. Mit der gemeinsamen Veranstaltungsreihe soll die Verknüpfung zwischen der Lehre an der Hochschule und der betrieblichen Praxis noch weiter intensiviert werden. Die Vorträge in den Räumen der Fachhochschule Gießen behandelten den Energieeinsatz und die Sicherheit in Gebäuden und wurden von Professoren der FH Gießen Friedberg und externen Referenten gehalten.

In seiner Begrüßung betonte der Präsident der Fachhochschule Gießen Friedberg Prof. Günther Grabatin, dass die Energietechnik einen maßgeblichen Schwerpunkt der FH Gießen Friedberg bildet. Außerdem ist sie die einzige Hochschule in Hessen, die allumfassend sämtliche Ausbildungsgänge rund um das Gebäude anbietet (Architektur, Bauingenieurwesen, Facility Management und die Technische Gebäudeausrüstung, die Thema des Symposiums war). Herr Rainer Hagemann, der Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen, in dem die ca. 2000 hessischen Handwerksbetriebe dieser Fachrichtung zusammengeschlossen sind, betonte in seinen Grußworten die große Bedeutung, welche die enge Verbindung von Theorie und Praxis in der Gebäudetechnik hat.


Den Anfang der Vortagsreihe machte Prof. Dr. Ulrich Busweiler vom Fachbereich MMEW zum Thema „Solare Kühlung von Gebäuden“. Immer dann, wenn im Sommer die Sonne einen Kühlbedarf für Gebäude verursacht, liefert sie auch Energie, um einen Kälteprozess anzutreiben. Am Erfolg versprechendsten sind Sorptionsverfahren, die Wärme aus thermischen Sonnenkollektoren nutzen. Die Technologien sind in großen Gebäuden bereits erprobt. Es müssen aber noch Systeme für den kleinen Leistungsbereich, z. B. zum Einsatz in Einfamilienhäusern, entwickelt werden.

In seinem Übersichtsvortrag zur Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen und mittleren Leistungsbereich stellte Prof. Fritz Richarts vom Fachbereich MMEW die Technologien zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom vor. Dies ist z. B. mit Verbrennungsmotoren, Mikroturbinen, Dampfmotoren oder Brennstoffzellen möglich. Einige Techniken sind seit Jahren bewährt und arbeiten, wenn Sie richtig angepasst sind, sehr wirtschaftlich. Das Potenzial dieser Systeme zur Einsparung von fossilen Brennstoffen und zum Umweltschutz könnte aber noch weiter ausgedehnt werden, wenn die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen dafür verbessert würden.

Der Energieausweis im Gebäudebestand war Thema des Vortrags von Dipl.-Ing. Michael Pittner von der Bosch Buderus Thermotechnik GmbH. Mit der Forderung, bei Verkauf oder Mieterwechsel eines bestehenden Gebäudes einen Energiepass auszuhändigen, setzt die Bundesregierung eine Richtlinie der Europäischen Union zur Energieeffizienz von Gebäuden um. Die Einzelheiten dieses Energiepasses (wer erstellt ihn, wie wird er erstellt) sind aber noch ungeklärt und werden in Fachkreisen teilweise sehr kontrovers diskutiert.

Herr Dipl.-Ing. Knut Langer von der Wingas GmbH, einem überregionalen Gasversorger, konnte in seinem Vortrag zur Versorgungssicherheit bei Erdgas und der Gestaltung des Gaspreises deutlich machen, dass ein Engpass bei der Erdgaslieferung, auch aus russischen Quellen, nicht zu erwarten ist. Außerdem wurden an Beispielen die großen Investitionen erläutert, die zur Förderung und dem Transport von Erdgas erforderlich sind.

Zum Abschluss der Vortragsreihe beantwortete Prof. Ulrich Pfeiffenberger vom Fachbereich MMEW in seiner Übersicht die Frage: „Welchen Beitrag kann die Technische Gebäudeausrüstung zum Brandschutz in Gebäuden leisten“. Es wurde deutlich, dass es eine große Zahl von Systemen gibt wie Rauchmelder, Sprinkleranlagen, oder Entrauchungsanlagen gibt. Sie können einen hohen Sicherheitsstand zur Vermeidung von Bränden, zur Bekämpfung von Bränden und zur sicheren Evakuierung von Gebäuden liefern. Voraussetzung ist aber, dass sämtliche Systeme in einem integrierten Sicherheitskonzept aufeinander abgestimmt sind.

Nach der Verabschiedung wurde die Veranstaltung durch eine Führung durch die Labore des Bereiches Energie- und Wärmetechnik abgerundet. Die Veranstalter zogen ein positives Resümee und wollen im Jahr 2008 das nächste Symposium durchführen.

Ulrich Busweiler
06.07.2006

Tagungsunterlagen sind im Download-Bereich verfügbar.

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