Der Fachbereich MMEW gratuliert seinem ersten erfolgreichen Doktoranden:
Mit der sehr guten Note Magna cum laude bewertete der Promotionsausschuß der TU Dresden die Doktorarbeit des 28jährigen Sven Pohl aus Rabenau-Londorf. Die mündliche Prüfung (Rigorosum) sowie eine öffentliche Verteidigung seiner Forschungsergebnisse markierten den Schlusspunkt der vierjährigen Promotion, die vom traditionsreichen Anlagenbauer Lurgi AG, Frankfurt am Main, gefördert wurde.

Sven Pohl befasste sich in seiner Dissertation mit reaktionstechnischen Untersuchungen zur Methanolumwandlung an Zeolith-Katalysatoren für die Entwicklung des LURGI MTP®-Verfahrens*. Ziel seiner Arbeit war die Ermittlung der wichtigsten Einflussgrößen, die zu einer möglichst hohen Propylenselektivität, einem hohen Methanolumsatz und langen Katalysatorstandzeiten führen. Mit der Inbetriebnahme der entsprechenden Versuchsanlage leistet er einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Untersuchungsmethodik des MTP®-Verfahrens.

Das Gutachtergremium setzte sich zusammen aus Prof. Dr.-Ing. habil. Achim Dittmann, Direktor des Instituts für Thermodynamik und TGA an der TU Dresden, Prof. Dr.-Ing. Olaf Strelow, Prodekan des Gießener Fachbereichs MMEW, sowie Dr.-Ing. Martin Rothaemel als Vertreter der Lurgi AG.

Professor Dittmann hob die volkswirtschaftliche Bedeutung des Themas hervor und würdigte den anspruchsvollen experimentellen Charakter der Arbeit. Auch für die gute Zusammenarbeit mit der FH Gießen-Friedberg sowie der Lurgi AG fand er lobende Worte.

Mit Hinweis auf das kooperative Promotionsverfahren betonte Professor Strelow die besondere Bedeutung der Arbeit: „ … Kooperative Promotionsverfahren weisen die fachliche Eignung der Absolventen sowie das hohe Ausbildungsniveau der Fachhochschule Gießen-Friedberg sehr eindrucksvoll nach … Darüber hinaus zeigen sie, dass die Ausbildung an einer Fachhochschule nicht in einer akademischen „Sackgasse“ endet, sondern der Start in eine wissenschaftliche Karriere - etwa der eines Professors - sein kann ...“.

Der Betreuer der Lurgi AG, Dr.-Ing. Rothaemel, wies die Dissertation als eine wertvolle Arbeit für die Forschung und Entwicklung des Konzerns aus. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus Pohls Forschungstätigkeit sind nun Vorbereitungen für eine großtechnische Entwicklung des Verfahrens möglich.

Ein Kooperationsvertrag des ehemaligen Fachbereichs EW mit der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden ermöglicht Gießener FH-Absolventen die Promotion, welche andernorts nur universitär ausgebildeten Ingenieuren gestattet ist.
Neben Sven Pohl arbeiten derzeit vier weitere Absolventen des Fachbereichs an ihrer Dissertation - unter anderem an einem Institut der Fraunhofer-Gesellschaft (IVI) sowie im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Bericht: A.Wagner


* MTP – Methanol to Propylen


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