Exkursion des Fachbereichs ME in den Osten der Republik / Januar 2016

Eine dreitägige Exkursion des Fachbereichs ME führte die 15 Teilnehmer in den Osten der Republik. Durch die Organisation und Unterstützung von Seiten der Professoren und des FEW bekamen die Studenten eindrucksvolle Einblicke in die konventionelle Kraftwerktechnik und auch das Gebiet der erneuerbaren Energien kam nicht zu kurz.

Für die 13 Studenten begann die Exkursion am Mittwochmorgen mit einer dreistündigen Autofahrt zum ersten Treffpunkt in dem kleinen Dorf Goldisthal, wo sie bereits von Herrn Prof. Dr. Lechner erwartet wurden. Hier stand nämlich die Besichtigung des Pumpspeicherkraftwerks Goldisthal als erster Punkt auf der Tagesordnung. Das in 2003 in Betrieb genommene Kraftwerk weist eine Leistung von 1060 MW auf und ist somit das größte Pumpspeicherkraftwerk in Deutschland und eines der größten in Europa.

Nach einer kurzen Videoeinführung wurde die Gruppe von einem ehemaligen Projektleiter, der während der Bauausführung für das Kraftwerk verantwortlich war, durch das Kraftwerk geführt. Dabei wurden das Unterbecken, das Umspannwerk und die Kaverne mit dem Maschinenhaus, die sich im Inneren des Berges befindet, in Augenschein genommen. Die Kaverne mit den 4 Pumpturbinen war der Höhepunkt der Führung. Mit 137 Meter x 26 Meter x 49 Meter nimmt die Maschinenkaverne den größten Hohlraum des Kraftwerks ein. Das künstlich angelegte Oberbecken auf der Spitze des Berges konnte aufgrund von Nebel leider nicht betrachtet werden.
Nach der Führung und einer Stärkung in einer Gaststätte ging es mit einer dreistündigen Autofahrt weiter nach Dresden, wo die Übernachtung in einem Hotel gebucht war. In Dresden angekommen ließ die Gruppe den Tag in einem Wirtshaus, mit dem schönen Namen Planwirtschaft, nach Empfehlung von Herrn Prof. Altensen ausklingen.

Am zweiten Tag ging es munter um 8 Uhr morgens weiter nach Hilbersdorf bei Freiberg zu Solarworld, wo ein netter Empfang auf die Gäste wartete. Hier wurde der Gruppe, nach einem kurzen Einführungsvortrag, der Einblick in die Produktionshalle des Unternehmens Solarworld geboten. Der Initiator zeigte und erklärte den interessierten Besuchern die wichtigen Produktionsschritte der Waferfertigung. Den Gästen bot sich ein beachtlicher Überblick über die einzelnen Produktionsabschnitte und der dabei angewendeten Technologie.
Als zweites Ziel an diesem Tag stand die Besichtigung des Braunkohlekraftwerks Boxberg auf dem Programm. Nachdem alle Teilnehmer das Ziel erreicht hatten und in der Kantine des Kraftwerks versorgt wurden, startete die Führung durch das Kraftwerk. Das Braunkohlekraftwerk Boxberg weist eine Nennleistung von 2575 MW auf und ist somit Vattenfalls zweitgrößtes Kraftwerk in Deutschland. Die Gruppe erhielt beeindruckende Einblicke in die verschiedenen Abteilungen des Kraftwerks wie die Steuerzentrale, die Gipsproduktion, der Betrieb der Kühltürme und der Brennkammer. Einen eindrucksvollen Ausblick über die gesamte Kraftwerksfläche und darüber hinaus bot sich den Besuchern, als sie auf die Aussichtsplattform geführt wurden. Von dort aus konnten die Ausmaße der Kraftwerksanlage verdeutlicht werden. Besonders die riesigen Kühltürme sorgten bei den Zuschauern für große Begeisterung. Weitere Besichtigungsplätze während der Führung waren die Brennkammer mit den Kohlemühlen und die Maschinenhalle mit der 5-stufigen Dampfturbine. Hier konnten die Studenten ihr theoretisch erlangtes Wissen von der Hochschule mit der Praxis verbinden.
Die zweite Übernachtung verbrachte die Gruppe in der von Herrn Prof. Dr. Lechners zur Verfügung gestellten Gaststätte. Nach einer erholsamen Nacht brach der letzte Tag der Exkursion an. An diesem sollte es eine Führung durch das energieautarke Dorf Feldheim geben.
Nach der Ankunft in Feldheim, wurde der Gruppe das Gesamtkonzept der dezentralen regenerativen Energieversorgung des Dorfes in einer Präsentation vorgeführt. Im Anschluss stand die Besichtigung der einzelnen Energiequellen, wie der Windpark und die Biogasanlage auf dem Programm. Fluktuationen im Netz werden durch Primärregelleistung mithilfe eines Batteriespeichers der neuesten Generation ausgeglichen. Für eine ausreichende Wärmeversorgung an besonders kalten Tagen sorgt ein zusätzliches Holzhackschnitzel-Heizwerk. Dadurch werden die 37 angeschlossenen Haushalte über ein separates Verteilnetz mit Strom und Wärme versorgt. In Summe wird in Feldheim ein Vielfaches an Strom erzeugt, als in der kleinen Ortschaft verbraucht wird.
Nach der Führung bedankte sich die Gruppe bei der Gruppenführerin und trat ihre Heimreise Richtung Westen an.

Das Resümee der Teilnehmer viel sehr positiv aus. Besonders die Studenten waren von den Dimensionen der Kraftwerke aber auch von dem Betrieb der Maschinen sehr beeindruckt. Die Verknüpfung der Theorie mit der praktischen Anwendung konnte deutlich und anschaulich hergestellt werden.

Die Gruppe bedankt sich bei den Organisatoren Herrn Prof. Dr. Lechner und Herrn Prof. Dipl. Ing. Altensen für die Betreuung und Realisierung der Exkursion. Weiterer Dank gilt dem Förderkreis Energie- und Wärmetechnik e.V. und dem Fachbereich ME, die die Exkursion finanziell unterstützt haben.

Weitere Bilder:

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